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Ort: Allschwil, BL · Datum: 21.3.2010 · Fall: Tötungsdelikt
2006 Anna Paula Arruda (31†), geboren am 14.06.1975, stammt aus Brasilien. Mit 21 Jahren heiratet sie einen Schweizer und zieht zu ihm nach Basel. Nach der Geburt des zweiten Kindes geht die Ehe 2002 in die Brüche. Die inzwischen 31-jährige wird drogenabhängig und stürzt ab. Um ihren täglichen Drogenkonsum zu finanzieren, verkauft sie sich auf den Strassenstrich von Basel.
Aufgrund ihrer Situation und mehreren Klinikaufenthalten, wird Ana Paula Arruda einer Vormundschaft unterstellt und muss Auflagen erfüllen. Wöchentlich erhält sie CHF 250.- Taschengeld, worüber sie sich oft beschwert, weil es nicht ausreichen würde. Die Erkrankung führt auch dazu, dass sie lautstarke Selbstgespräche führt. Dadurch fällt sie immer wieder auf. Der Tagesablauf dreht sich also im Wesentlichen um die Beschaffung von Geld für ihre Kokainsucht.
Zusammen mit anderen Prostituierten hält sich Anna Paula Arruda (31†) regelmässig für kürzere Erholungspausen in der Wohnung eines Bekannten an der Haltingerstrasse 4 auf, unweit des Baseler Strassenstrichs beim Claramatte-Park. Der Park ist auf Abb. 3 ebenfalls zu erkennen.
Letztmalig Letztmalig gesehen wurde Anna Paula (31†) im Zentrum von Basel, wo sie gelegentlich Unterschlupf in der Wohnung eines Bekannten und falls diese Wohnung war an der Haltingerstrasse 4. Diese hat sie am 2. September 2006 gegen 06:00 Uhr morgens verlassen.
Dann ging sie vermutlich zum nahe gelegenen Strassenstrich im Bereich Clara/Clarastrasse und den Claramattepark, wo sich Anna Paula Arruda (31†) oft aufgehalten hat. Die Ermittler vermuten, dass sie sich irgendwo in diesem Bereich aufhielt, dort auch oft ihre Männer getroffen hat. Möglich ist auch, dass Ana Paula Arruda (31†) ihren Mörder bereits gekannt hat.
Wie ging es dann weiter? Sie wird im Bereich Clara auf ihren Mörder getroffen sein. Sie stieg in sein Auto und wurde zum Tatort gefahren. Der genaue Tatort ist aber nicht bekannt. Ob es zur Tat auf einem im Bereich des Ablageortes der Leiche gelegenen Waldparkplatz geschah oder am Ablageort selbst, kann somit nicht bestimmt werden. Wohl ausschliessen kann man, dass sie bereits in der Stadt getötet wurde, bestand doch dort noch die Möglichkeit, in eine Polizeikontrolle zu geraten.
Um den Strassenstrich an der Claramatte herrscht zwischen 4:00 und 07:00 Uhr am Morgen Hochbetrieb. Viele Fabrikangestellte aus der Region Basel haben zu dieser Zeit Schichtwechsel. Unter ihnen sind auch Pendler aus Frankreich und Deutschland. Ist der Mann, nachdem die Polizei sucht, einer dieser Pendler? Wie viele Männer Anna Paula an diesem Samstagmorgen trifft, lässt sich nicht sagen.
Anna Paula Arruda (31†) wurde gegen 08:15 Uhr in einem Waldstück südlich von Allschwil und 7 km vom Stadtzentrum Basel entfernt gefunden. Der Fundort war nahe der Oberwilerstrasse auf Höhe der Gemeinde Binningen. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Täter Ortskenntnisse hatte. Er kannte nicht nur den Strassenstrich von Basel, sondern auch den Wald bei Allschwil genau, wo er die Leiche abgelegt hat. Es liegt nahe, dass sich der Täter damals häufiger an diesem Strassenstrich aufgehalten hat. Die Ermittler interessieren logischerweise Hinweise aus dem Milieu.
Durch die Zusammenarbeit mit Spezialisten aus München, haben die Ermittler recht konkrete Vorstellungen über den Täter. Der Mann dürfte zur Tatzeit zwischen 25 und 33 Jahre alt gewesen sein. Er lebte vermutlich in geordneten Verhältnissen, vielleicht sogar in einer festen Partnerschaft, sogar mit Familie, in der er sein Doppelleben geheim halten konnte. Offensichtlich fehlt es dem Täter an jeglicher Empathie, scheint aber nicht einfach affektiv zu handeln. Die Tat scheint geplant, das Nachtatverhalten kontrolliert. Und er hat vermutlich Tötungsfantasien und eine Vorliebe für Gewaltpornografie. Diese könnte auch einer möglichen Partnerin aufgefallen sein.
Trotz der Tatsache, dass der Täter die Kleider des Opfers mitgenommen hat, konnten fremde DNA-Spuren gesichert werden. Die Ermittler sind hier aber zurückhaltend. Ob diese in Verbindung mit dem Täter gebracht werden kann, sei unklar. Dies ist dahingehend etwas überraschend, da es offensichtlich nicht zum Geschlechtsverkehr gekommen ist oder mehrere DNA-Profile festgestellt wurden.
© SRF, 7.11.2022, 5 Minuten, ab Minute 19:15: Die allermeisten Mordfälle in der Schweiz werden aufgeklärt – aber nicht alle. Nun nimmt die Baselbieter Polizei in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft mehrere solcher «Cold Cases» wieder auf. Eigens dafür wurde eine Task Force gegründet und Hilfe aus dem Ausland beigezogen.
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Dieses Filmmaterial wurde von "mysteriöse Mordfälle und Vermisstenfälle" auf youtube eingestellt. Es wird Material von Aktenzeichen XY genutzt.
Dieses Filmmaterial wurde von "Radio X - Potcasts" auf youtube eingestellt. Titel: "Das Tötungsdelikt an † Ana Paula wird wieder aufgegriffen".
Wie die Polizei und die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft anlässlich einer soeben beendeten Medienkonferenz (7.11.2022) bekanntgaben, sind für die Strafverfolgungsbehörden alle Hinweise wichtig – selbst, wenn diese noch so unwichtig erscheinen mögen.
Hinweise nehmen die Polizei Basel-Landschaft unter der Telefonnummer +41 61 553 20 30 sowie jede andere Polizeidienststelle der Schweiz über die Notrufnummern 112 und 117 entgegen.
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